Ach ja,
ich bin ganz traurig, dass es jetzt schon wieder vorbei ist. Unser superschoenes Wochenende an der Karibikkueste. Diesmal habe ich mir richtig viel Zeit genommen um was mit John zu machen, da ich jetzt bis Januar (!) Ferien haben werde. Zum Glueck gibt es noch das Ferienprogramm mit unseren niños, sonst wuerde mir die Zeit hier glaub ich ganz schoen lang werden. Dummerweise stehen naemlich Johns und meine Arbeitszeiten genau im Gegensatz zueinander. Immer wenn ich in der Schule Ferien habe, muss John umso mehr arbeiten, naja, und andersrum ist es eben bei mir. Das haben wir toll hingekriegt, was?
Jedenfalls konnte ich also schon Donnerstag nach dem Mittagessen (und dem Friseur - Haare sind jetzt ganz schoen kuerzer) schon nach Comayagua. Es ist wirklich eine schoene Stadt und so bin ich schoen rumgeschlendert, natuerlich nicht ohne mich auf eine Apfelsine einladen zu lassen. Der Typ wollte mich dann nicht mehr in Ruhe lassen und ist die ganze Zeit neben mir hergelaufen, bis ich ihm erzaehlt habe, dass mich gleich mein Freund abholt.
Dann sind John schliesslich morgens am naechsten Tag zusammen mit Bruno und Lea los Richtung Atlantikkueste zu einem kleinen Dorf namens Tornabé. Die anderen voluntarios Javi und Carmen kamen auch mit und Timo, ein Deutscher, den wir Maedels am Lago getroffen hatten. Als wir schliesslich ankamen, dachten wir, wir waeren in Schwarzafrika gelandet, denn dort leben die schwarzen Einwohner Honduras', deren Vorfahren Sklaven waren, die von Booten gefluechtet waren und sich dort angesiedelt haben. Sie heissen "Garifunas" und sind wirklich komplett schwarz. Das war schon echt lustig und wie relaxed die waren. Aber was noch viel beeindruckeneder war, als wir zu unserem Hotel "media luna" kamen, denn das (oha!) satnd direkt am Strand zwischen Kokosnusspalmen und Palmenhuetten. John hat Fotos gemacht - es sah einfach nur traumhaft aus! Wie aus Filmen oder von wunderschoenen Karibikpostern. Echt unberuehrter toller Strand. Der Besitzer dort hat uns erstmal kostenlos eine Kokosnuss aufgeschlagen aus der wir die Milch rausgetrunken haben und dann mit einem Spatel der Schale das Fleisch rauskratzen konnten. ¡Qué rico! Als ich dann schwimmen gegangen bin, hat mich leider eine dicke Feuerqualle am Arm erwischt, woraufhin ich vor Schock ordentlich zu heulen angefangen habe und der Arm immer mehr anschwoll und ich natuerlich immer panischer wurde. War dann aber nicht schlimm, mit kalten Suesswasser ging das schnell weg. Andere Highlights war der Tanz von rund 20 kleinen schwarzen Kinderchen, die John eine kleine Show vorgefuehrt haben und danach leider unsere Bananen verschwunden waren. Verschwunden war leider nach der ersten Nacht auch Leas Kamera, Handy und Geld. Aus dem Hotelzimmer! Und Johns Badehose. Das war schon echt doof. Wir machten trotzdem weiter, assen leckeres (!) Kokosnussbrot und liefen am Strand entlangnach Tela. Auf dem Weg habe ich wunderschoene Steine und Muscheln, kleine Kokosnusse, interessantes Treibholz gefunden und einen fetten Sonnenbrand gekriegt. War aber trotzdem total schoen. Da wir so lange unterwegs gewesen waren, haben wir von Tela leider nicht so viel gesehen, aber einen schoenen Abend am Strand verbracht. Sonntag ging's bei echt schlechtem Wetter nach Hause, da ist der Abschied dann nicht so schwer gefallen und bin ich bis heute bei Johnny geblieben. Jetzt bin ich diesmal zum Glueck nur eine Woche ohne ihn, denn da ich ja Ferien habe, werde ich naechste Woche wieder herfahren und koennen wir dann zumindest ein bisschen durch die Stadt bummeln.
Ihr Lieben, das war's erstmal. John wird sicher auch noch was schreiben wollen und die Fotos online stellen.
¡Muchos Besos!
Montag, 17. November 2008
Montag, 10. November 2008
die Schule und das deutsche Essen
Ja, John hat Recht, schoen, dass es jetzt wieder waermer ist!! Vor ein paar Tagen war es noch richtig eisekalt hier in Honduras. Eine Tatsache mit der ich in diesem Jahr nun wirklich nicht gerechnet hatte. Das Sommerkleidchen und die Shorts kamen also erstmal nicht zum Einsatz und musste ich mir alle meine duennen Sachen uebereinanderziehen. Lea und ich haben mit dem Foehn die Betten warm gefeohnt, weil es abends (und vor allem morgens) sooo kalt war. Jetzt geht es zum Glueck wieder und koennen wir in aller Ruhe kurzaermlig mit unseren niños Examen schreiben. Jaha, ich muss richtig Examen vorbereiten, die dann mit den Kiddis schreiben UND kontrollieren. Ich habe jetzt schon alle zwoelf hinter mich gebracht und gestern stundenlang (ungelogen um die 5 Stunden konstante Arbeit) Arbeiten kontrolliert und Punkte aufgeschrieben. Immerhin sind es insgesamt 400 Kinder, also auch 400 zu kontrollierende Arbeiten. Die Professora setzt danach nur noch die Note drunter. Ich haette nie gedacht, dass Lehrer sein ernsthaft so anstrengend ist. Also momentan bin ich echt ziemlich geschlaucht und habe eigentlich immer zu tun. Morgen moechte ich mich noch mit den niños treffen, um fuer eine noche cultural (Kulturnacht) zu ueben, bei der sie vorsingen und - tanzen koennen. Zum Glueck hat sich das Klima zwischen ihnen und mir schon total verbessert, weshalb ich mich richtig darauf freue, mit ihnen zu ueben und vor Allem die ganze Sache aufzufuehren. In den Weihnachstferien werde ich mit Lea dann auch Floetenunterricht geben und einen Chor aufbauen und werden wir mit ihnen Sport und Weihnachtsgeschenke machen. So haben wir uns das zumindestens gedacht, hoffentlich wird das schoen. Die Kinder fragen jedenfalls schon immer danach. Viele von ihnen haben hier halt auch nicht richtig was zu tun in den 2 Monaten Ferien und wenn sie dann nicht zur Schule gehen, langweilen sie sich und kommen nur auf dumme Ideen. Viele von ihnen haben auch keine Mama und keinen Papa hier zu Hause, da die in den Staaten oder Spanien leben und wohnen somit bei ihren Grosseltern. Echt in jeder Familie hat einer einen Verwandten in den Staaten. Das ist so bescheuert, finde ich. Die Honduraner denken, dort ist da Leben fuer sie besser und haben uns sogar schon unsere eigenen Schueler erzaehlt, dass sie illegal ueber die Grenze wollen, um fuer die familia Geld zu machen. Ist das nicht schlimm? Wie verzweifelt muss man denn sein?
Naja, letzte Woche habe ich mich kurz mit der Familie vor den Fernseher gesetzt, um die Wahl in den USA mitzuverfolgen. Haette ich gar nicht gedacht, dass sie da so interessiert dran sind. Haben sich jedenfalls gefreut, dass Obahma nun derjenige welcher ist. Das letzte mal, als wir so richtig was zusammen gemacht haben, war zu Halloween. Huhuhuh. Obwohl es ja kein deutscher Brauch ist, haben Lea und ich uns gedacht, wir koennten mal was Schoenes mit unseren Gastgeschwistern machen. Also haben wir, nachdem wir wieder eine Stunde im Fitnessraum gerannt (ja, ich werde dick!) sind, Aepfel und Vanillepulver gekauft. Zu Hause haben sich dann alle an den Tisch gesetzt und haben wir die Aepfel ausgehoelt und mit den Kindern Fratzen reingeschnitten. Das sah voll cool aus. Die Innereien der Aepfel wurden in einen Topf geschmissen und haben wir beide danach Apfelmus gekocht, Vanillesauce gemacht und Baleadas gebacken, die so aehnlich sind, wie die Eierkuchen in Deutschland. Lea und mir hat es koestlich geschmeckt, leider war die familia nicht so begeistert und haben die Kinder sich geweigert auch nur zu kosten. Das war schon ein bisschen deprimierend fuer uns, wissen wir gar nicht, ob die anderes deutsches Essen dann nicht auch verschmaehren wuerden.
Vorgestern haben wir uns dann wieder mit anderen voluntarias getroffen und waren in einem wunderschoenen tropischen Nationalpark (leider hat der Computer hier kein Kartenlesegeraet). Das sah schon echt irre aus, mit den Baeumen im Wasser. Wir sind ueber eine ewig lange Bruecke gelaufen, die an zwei Stellen eingestuerzt war und wir dann durchs Wasser auf die andere Seite laufen mussten, dass war vielleicht cool,ey! Abends waren wir noch un poco Party machen. Jetzt geht's gleich wieder zur sportlichen Betaetigung. Ja, das wird langsam wichtig... :)
Ich schicke im Namen von uns beiden liebste Gruesse raus in die Welt!
Jani/Jule
Naja, letzte Woche habe ich mich kurz mit der Familie vor den Fernseher gesetzt, um die Wahl in den USA mitzuverfolgen. Haette ich gar nicht gedacht, dass sie da so interessiert dran sind. Haben sich jedenfalls gefreut, dass Obahma nun derjenige welcher ist. Das letzte mal, als wir so richtig was zusammen gemacht haben, war zu Halloween. Huhuhuh. Obwohl es ja kein deutscher Brauch ist, haben Lea und ich uns gedacht, wir koennten mal was Schoenes mit unseren Gastgeschwistern machen. Also haben wir, nachdem wir wieder eine Stunde im Fitnessraum gerannt (ja, ich werde dick!) sind, Aepfel und Vanillepulver gekauft. Zu Hause haben sich dann alle an den Tisch gesetzt und haben wir die Aepfel ausgehoelt und mit den Kindern Fratzen reingeschnitten. Das sah voll cool aus. Die Innereien der Aepfel wurden in einen Topf geschmissen und haben wir beide danach Apfelmus gekocht, Vanillesauce gemacht und Baleadas gebacken, die so aehnlich sind, wie die Eierkuchen in Deutschland. Lea und mir hat es koestlich geschmeckt, leider war die familia nicht so begeistert und haben die Kinder sich geweigert auch nur zu kosten. Das war schon ein bisschen deprimierend fuer uns, wissen wir gar nicht, ob die anderes deutsches Essen dann nicht auch verschmaehren wuerden.
Vorgestern haben wir uns dann wieder mit anderen voluntarias getroffen und waren in einem wunderschoenen tropischen Nationalpark (leider hat der Computer hier kein Kartenlesegeraet). Das sah schon echt irre aus, mit den Baeumen im Wasser. Wir sind ueber eine ewig lange Bruecke gelaufen, die an zwei Stellen eingestuerzt war und wir dann durchs Wasser auf die andere Seite laufen mussten, dass war vielleicht cool,ey! Abends waren wir noch un poco Party machen. Jetzt geht's gleich wieder zur sportlichen Betaetigung. Ja, das wird langsam wichtig... :)
Ich schicke im Namen von uns beiden liebste Gruesse raus in die Welt!
Jani/Jule
Sonntag, 9. November 2008
Hispano, Maras, Frijoles und sonst noch erwaehneswertes...

Liebe Familie, Freunde, Bekannte und sonstige Blogleser zu hause und in der weiten Welt.
Nachdem mir mitgeteilt wurde, dass einige von euch schon Zweifel hatten, dass ihr Internetzugang nicht mehr funktioniert, weil der Blog sich nicht aktualisiert werde ich jetzt mal wieder nen Post rausschicken.
Also, allem voran, uns geht es beiden hier ziemlich gut, was auch dadurch kommt, dass sich das Wetter wieder in positiveren Bereichen normalisiert hat. Es ist also trocken und warm. Von dem Hurricane, der Kuba erwischt haben wir nichts mitbekommen.
Fuer mich wird jetzt hier im Projekt alles mehr und mehr zu Alltag, obwohl das die Arbeit nicht leichter macht. Ich denke eher, dass es in der letzten Woche ein wenig das Gegenteil war. Ich war ein wenig k.o. und hatte wohl ein kleines Tief, was eigentlich nichts mit Heimweh zu tun hatte, sondern mehr mit ein wenig Verzweiflung ueber die Gleichgueltigkeit, Frechheit und sonstiges Verhalten der Jungs. Aber wie es ja immer so ist geht es auch meist schnell wieder aufwaerts.
So habe ich heute viele nette Sachen erlebt. Vormittags ist nicht wirklich viel passiert, wie nie Sonntags, weil die meistens Jungs ja fuer eine Nacht (Samstag zu Sonntag) nach hause duerfen und nur ein paar bleiben, weil sie nicht wollen oder duerfen und dann zur Misa (Messe) gehen. Mittags gabs dann super Spagetti mit Tomatensauce. Das ist hier naemlich so, dass Montags bis Samstags ein Koch hier ist, aber am Sonntag immer eine oder zwei Mamas der Jungs kommen um zu kochen und Yuki, unsere japanische Voluntaria, hilft dann immer, weil sie voll super fuer die Kueche zustaendig ist und das Resultat waren dann echt super Spagettis. Auch gestern gab es schon lecker gefuellte Paprika mit Reis. ¡Ai, que ricissimo!
Also, wer Angst hat, dass ich nicht genuegend zu Essen kriege, den kann ich entwarnen. Ich pass schon so auf, dass mir die Jungs, die in der Kueche beim Servieren helfen, immer ein bisschen mehr auftun. Trotzdem ist anzumerken, dass es Mittags von Montag bis Freitag einen, sagen wir, staendig konstanten Essenplan gibt mit dem Tief am Mittwoch: Sopa de Res (muss man probiert haben, um zu wissen, wie eklich es ist) und abends gibt es IMMER Frijoles(Bohnen) in verschiedenen Variationen.
So, jetzt aber weiter im Tag. Nach dem leckeren Mittagessen bin ich dann mit zwei Jungs, mehr wollten nicht mitkommen, oder hatten aufgrund voheriger Verhaltensfehler(Rauchen, fehlender Respekt etc.) keine permiso zum oertlichen Fussballspiel gegangen. Es spielten Hispano(Comayagua) gegen Platense(Puerto Cortes). Nachdem wir die ca. 4km zu Fuss liefen kamen wir an und ich habe mir mein 50Lempira-Ticket(2€) gekauft. Ich habe mich schon gewundert, dass die Jungs, die sonst immer genuegend Geld haben um sich allerlei Fresco(Brause/Cola) und Semitas (landestypische suesse Broetchen) zu kaufen, sich nicht auch gleich ein Ticket geholt haben. Sie meinten dann aber, dass sie immer(!) umsonst reinkaemen und ich schon mal reingehensolle, da sie gleich nachkaemen. Mit einem mullmigen Gefuehl habe ich das dann auch gemacht, weil ich Vertrauen in diese Jungs hatte und auch noch habe, und habe dann gewartet. Nachdem sie in der Halbzeitpause immer noch nicht drin waren habe ich mit dem Einlasser geredet, der die beiden dann wirklich umsonst durchgewunken hat. Herausgestellt hatte sich, dass die beiden mit anderen Jugendlichen reinwollten, das aber nicht durften und im vorhinein sich nicht getraut hatten mich auf das Eintrittsgeld anzuhauen. Naja, direkt vor dem Spiel haette ich es dann aber auch nicht mehr geben koennen, weil ich nur 60Lempira dabei hatte, weil ich ein bisschen Angst hatte bei den “Menschenmassen” beklaut zu werden.
Das Spiel war mittelmaessig(Hispano hat leider 2:1 verloren) aber wir haben uns ansonsten amuesiert, und ich hatte nen guten Nachmittag, weil es immer gut ist mit den Jungs guten Kontakt zu haben. Was noch vorfiel, ist aber, dass ich im doch relative klein ausgefallenen Stadion (ca(so genau ist das hier ja alles nicht). 5000 Betonsitzplaetze) 2 von den Jungs, denen wir es ausdruecklich verboten mitzukommen im Stadion in einer Gruppe von Jugendlichen sah, die man den Barras(!?) zuordnen wuerde. Barras sind zur Info eine abgeschwaechte Form der Maras – der gefuerchteten Jugendbanden – die ja hier ziemlich verbreitet sind.
Japp, und back home gab es dann halt wieder Casamiento (Frijoles mit Reis gemixt) und wie immer 3 Tortillas und den Tag beendete ich mit nem Zitronenblaettertee, den ich mir selbst gebrueht habe.
Jetzt noch ganz schnell nen kleiner Abriss der letzten Wochen:
Am letzten Wochenende war Jani bei mir in Comayagua. Am Freitag(Halloween) haben wir alle zusammen fuer die Jungs spaet abends einen Gruselparkur(!?) gemacht. Jani musste sich zum Beispiel in einer Werkstatt verstecken, leise DEUTSCHE Kinderlieder singen und wenn die Jungs ankamen laut kreischen. Am Samstag haben wir Comayagua noch um einiges weiter ergruendet, ich habe Jani die beste Baeckerei der Stadt gezeigt, wo es fuer 6Lempira(25Cent) super leckeres grosses Stueck “Pan de Banano/
Minimo”(Bananenkuchen) und fuer den halben Preis Donuts gibt. Abends sind wir dann mit Bruno(anderer deutscher Freiwilliger) in einer superstylischen Bar gewesen, die sich aber als Gringo(Ami)-Bar entpuppte, wo sich die GIs aus der naheliegenden Militaerstation am Wochenende immer amuesieren. Die Nacht von Sonntag zum fruehen Montag verbrachten wir dann noch in Taulabé.
Am gleichen Wochenende und der hervorgehenden Woche hatte Egardo, ein 10jaehriger Junge richtig schlimmes Dengue-Fieber, musste am nach Tegus ins Krankenhaus und wir hatten ernsthafte Sorgen, dass er sterben koennte. Jetzt ist er wieder putzmunter und lebendig.
In zehn Tagen aka uebernaechsten Mittwoch spielt Honduras gegen Mexico, hat die Chance in der WM-Quali eine entscheidende Runde weiterzukommen und ich werde zum Spiel gehen. Fuer 200Lempira(8-9€).
Ansonsten haben die Jungs zum groessten Teil ab morgen Ferien, das heisst, dass sie jetzt auch Vormittags hier sind und wir uns nen schoenes Ganztagesprogramm ausdenken muessen.
Die freien Minuten die ich vorher hatte, habe ich unterdessen in letzter Zeit genutzt um mich stark Studium-concerning durchs Netz zu surfen.
So, liebe Freunde, das war jetzt mal wieder viel, muss aber wahrscheinlich auch ne Weile vorhalten. Wie ihr vielleicht mitgekriegt habt, stecke ich ab und zu echt in nem 3-Sprachen-Chaos, wobei mir das Spanisch immer leichter faellt und ich wieder Hoffnung habe es am Ende vielleicht einigermassen fliessend zu sprechen.
In der Hoffnung, dass es euch allen gut geht und ihr eure Zeit geniesst, egal wo ihr euch gerade aufhaltet, sende ich, im Namen von uns beiden, liebe und beste Gruesse raus aus dem sonnigen Honduras nach hause und die ganze weite Welt wo sich ja so viele von uns aufhalten.
¡Cuidense!
John
Dienstag, 21. Oktober 2008
Es ist mal wieder viel vorgefallen!
Letztes Wochenende hat Honduras gegen Canada gewonnen - was fuer ein Spiel! - und alle im Land waren super euphorisch, denn das bedeutet hier ganz schoen viel. Wie bei uns zur WM fuhren alle Hondureños mit Fahnen an den Autos durch die Gegend, hupten noch mehr als sie es sowieso schon tun und war das honduranische Trikot ein must have. Leider ist dann am Mittwoch die ganze Euphorie wieder verschwunden, als Jamaika "uns" plattgemacht hat. Und das auch noch am Geburtstag von unserem Gastvater.
Am Montag vorher bin ich extra noch alleine in die naechstgroesste Stadt Siguatepece gefahren, um fuer ihn einen kleinen Fussball und honduranische Fanartikel zu kaufen, die Lea und ich ihm schenken wollten. Ich habe dort auch Bekanntschaft mit einer 19-jaehrigen Honduranerin gemacht, die bis zum Ende meines Aufenthaltes dort nicht mehr von mir loslassen wollte. Das war voll die lustige Erfahrung, mit ihr im Dauergespraech durch die Stadt zu flanieren. Ich habe dadurch viele neue Orte dort kennen gelernt und wurde spaeter von ihrem persoenlichen Taxista zum Busterminal gefahren.
Am Dienstag haben Lea und ich gluecklicherweise noch 2 leckere Kuchen gebacken (einen mit Aepfeln, was die hier gar nicht kennen), die Tuto als Trost verdruecken konnte. Der Geburtstag selbst war aber trotzdem sehr schoen. Es gab eine von uns selbst gemachte Piñata (in Form eines Fussballs...), viel viel Reis, Tajadas (getrocknete Bananen), Tamales (ein Maismehl Mischmasch mit verschiedensten Fuellungen, wie Bohnen, Huehnchen, Gemuese), Tortillas, Chimol (Tomate, Zwiebel und Limone in den Mixer und ordentlich durchgemixt - ergibt eine leckere Salsa), Enchiladas (total leckere in Fritier-Oel gebratene Tortillas) und Salat. Dazu kann man sagen, dass alles dieses Essen superlecker schmeckt! Total gut sind auch Baleadas, die es sonst auch hin und wieder gibt. In gross isst man sie (sind uebrigens Tortillas mit Weizen - und nicht mit Maismehl) mit frijoles (Bohnen) und huevos (Ei) und in klein werden sie gebraten und mit Zucker bestreut ¡¡ qué rico !!
Tuto (unser Gastvater) musste schliesslich, so will es die Tradition, die Piñata zerhauen und danach seinen Kopf in den leckeren Kuchen mit der extra vielen Créme drauf stecken. Das war dann trotz des verlorenen Spiels ganz lustig.
Am Donnerstag haben wir uns endgueltig gegen unseren Urlaub an der Karibikkueste entchieden. Wie Johnny ja schon erzaehlt hat, war es leider gar nicht moeglich aufgrund der starken Regenfaelle. Wir haben uns trotzdem ein ganz tolles Wochenende gemacht. Waren in einem wunderschoenen Park, haben in einer Panadería (Baeckerei) mit Ananas gefuellte Taschen und in Comedores leckere Baleadas und Enchiladas und Tacos gegessen und waren anlaesslich Leas 20. Geburtstags ordentlich Party machen mit anderen voluntarios zusammen! Comedores sind uebrigens sozusagen kleine Essensmaerkte. Dort bereiten die Honduraner vor deiner Nase das Essen zu. Fuer 8 Lempira eine Baleada, 10 Lempira eine Enchilada oder einen Taco und 2 Lempira einen halben Liter Wasser, kann man also fuer umgerechnet 70 Cent super satt werden.
Schliesslich sollte es wieder nach Hasuse gehen, wobei unser Bus ganz schoen zu tun hatte, aufgrund der ueberschwemmten Strassen. Unsere Familie empfing uns mit einer kleinen Geburtstagsfeier fuer Lea, wo John und Bruno sich mal richtig satt essen konnten.
Gestern ist dann wirklich im ganzen Tal der Strom ausgefallen! Es war stockduster fuer 20 Minuten ging gar nichts mehr und kam unsere Gastmutter ganz verzweifelt vom Einkauf wieder. Schon vorher ist nur noch ein Rinnsal aus unserer Dusche gekommen. Jetzt hat unser Gastvater den selbst heizenden Duschkopf abgenommen und ich habe heute noch kaelter als sowieso sonst schon geduscht und das bei den Temperaturen. Morgens ist es hier momentan naemlich sehr kalt.
Das war's erstmal von mir, da ich nicht so oft dazu komme zu schreiben, war das jetzt mal viel auf einmal. Habe ich eigentlich schon erzaehlt, dass unsere Familie manchmnal ueber Feuer kochen muss, weil hin und wieder das Gas im Dorf wegfaellt? Jaja so ist das hier, aber trozdem sehr schoen. Gleich muss ich wieder in die Schule (weniger schoen) und mit den Grossen die Aufstellung eines Sinfonieorchesters ueben.
¡Muchos Besos!
eure Jani/Jule
Am Montag vorher bin ich extra noch alleine in die naechstgroesste Stadt Siguatepece gefahren, um fuer ihn einen kleinen Fussball und honduranische Fanartikel zu kaufen, die Lea und ich ihm schenken wollten. Ich habe dort auch Bekanntschaft mit einer 19-jaehrigen Honduranerin gemacht, die bis zum Ende meines Aufenthaltes dort nicht mehr von mir loslassen wollte. Das war voll die lustige Erfahrung, mit ihr im Dauergespraech durch die Stadt zu flanieren. Ich habe dadurch viele neue Orte dort kennen gelernt und wurde spaeter von ihrem persoenlichen Taxista zum Busterminal gefahren.
Am Dienstag haben Lea und ich gluecklicherweise noch 2 leckere Kuchen gebacken (einen mit Aepfeln, was die hier gar nicht kennen), die Tuto als Trost verdruecken konnte. Der Geburtstag selbst war aber trotzdem sehr schoen. Es gab eine von uns selbst gemachte Piñata (in Form eines Fussballs...), viel viel Reis, Tajadas (getrocknete Bananen), Tamales (ein Maismehl Mischmasch mit verschiedensten Fuellungen, wie Bohnen, Huehnchen, Gemuese), Tortillas, Chimol (Tomate, Zwiebel und Limone in den Mixer und ordentlich durchgemixt - ergibt eine leckere Salsa), Enchiladas (total leckere in Fritier-Oel gebratene Tortillas) und Salat. Dazu kann man sagen, dass alles dieses Essen superlecker schmeckt! Total gut sind auch Baleadas, die es sonst auch hin und wieder gibt. In gross isst man sie (sind uebrigens Tortillas mit Weizen - und nicht mit Maismehl) mit frijoles (Bohnen) und huevos (Ei) und in klein werden sie gebraten und mit Zucker bestreut ¡¡ qué rico !!
Tuto (unser Gastvater) musste schliesslich, so will es die Tradition, die Piñata zerhauen und danach seinen Kopf in den leckeren Kuchen mit der extra vielen Créme drauf stecken. Das war dann trotz des verlorenen Spiels ganz lustig.
Am Donnerstag haben wir uns endgueltig gegen unseren Urlaub an der Karibikkueste entchieden. Wie Johnny ja schon erzaehlt hat, war es leider gar nicht moeglich aufgrund der starken Regenfaelle. Wir haben uns trotzdem ein ganz tolles Wochenende gemacht. Waren in einem wunderschoenen Park, haben in einer Panadería (Baeckerei) mit Ananas gefuellte Taschen und in Comedores leckere Baleadas und Enchiladas und Tacos gegessen und waren anlaesslich Leas 20. Geburtstags ordentlich Party machen mit anderen voluntarios zusammen! Comedores sind uebrigens sozusagen kleine Essensmaerkte. Dort bereiten die Honduraner vor deiner Nase das Essen zu. Fuer 8 Lempira eine Baleada, 10 Lempira eine Enchilada oder einen Taco und 2 Lempira einen halben Liter Wasser, kann man also fuer umgerechnet 70 Cent super satt werden.
Schliesslich sollte es wieder nach Hasuse gehen, wobei unser Bus ganz schoen zu tun hatte, aufgrund der ueberschwemmten Strassen. Unsere Familie empfing uns mit einer kleinen Geburtstagsfeier fuer Lea, wo John und Bruno sich mal richtig satt essen konnten.
Gestern ist dann wirklich im ganzen Tal der Strom ausgefallen! Es war stockduster fuer 20 Minuten ging gar nichts mehr und kam unsere Gastmutter ganz verzweifelt vom Einkauf wieder. Schon vorher ist nur noch ein Rinnsal aus unserer Dusche gekommen. Jetzt hat unser Gastvater den selbst heizenden Duschkopf abgenommen und ich habe heute noch kaelter als sowieso sonst schon geduscht und das bei den Temperaturen. Morgens ist es hier momentan naemlich sehr kalt.
Das war's erstmal von mir, da ich nicht so oft dazu komme zu schreiben, war das jetzt mal viel auf einmal. Habe ich eigentlich schon erzaehlt, dass unsere Familie manchmnal ueber Feuer kochen muss, weil hin und wieder das Gas im Dorf wegfaellt? Jaja so ist das hier, aber trozdem sehr schoen. Gleich muss ich wieder in die Schule (weniger schoen) und mit den Grossen die Aufstellung eines Sinfonieorchesters ueben.
¡Muchos Besos!
eure Jani/Jule
Montag, 20. Oktober 2008
It's raining, man...
¡AI, QUÉ LLUVIA!
Ja, jetzt waere eigentlich die Zeit reif fuer den Reisebericht aus Tela von der Karibik. Leider muss aber gesagt werden, dass Tela verschoben werden, und dem Regen weichen musste. Natuerlich haben wir das Wochenende trotzdem genutzt um tolle Dinge zu erleben, aber jetzt erst einmal zum Regen.
Es begab sich aber zu der Zeit, da dass Wochenende naeher rueckte und meine Mitarbeiter anfingen mich zu pisacken, warum ich denn einen Trip zur Karibik plane, wenn doch zur Zeit zwei Tropische Stuerme im Anflug sind.
Bei knappen 30 Grad und Sonnenschein wollte ich ihnen das am Mittwoch Vormittag natuerlich nicht glauben. Naja, falsch gedacht; sollte man wohl den erfahrenen Heimischen trauen. Seit Mittwoch Abend "fegen" nun wirklich die Stuerme uebers Land. Das heisst, nicht, dass es bei uns windig ist, es regnet bloss seit diesem Zeitpunkt mit maximal insgesamt 10, aber hoechstens 10 Stunden Unterbrechung. Wahrscheinlich wird es in den deutschen Nachrichten nicht einmal beachtet, aber ich finde es schon ziemlich krass. In Comayagua war aufgrund des hohen Wasserspiegels eine Hauptverbindungsstrassenbruecke nicht mehr befahrbar, mehrere Menschen haben ihre Haeuser verloren, es gibt keine Schule, weil teilweise Menschen in den Colegios schlafen und und und... Es ist nicht einmal so, dass es viel regnet, und in Deutschland gaebe das nicht sofort eine Katastrophe, es regnet halt nur konstant und trifft hier fuer meine Erfahrungsverhaeltnisse schon wirklich einige Schicksale.
Das ist jetzt mal nur so ein kurzes Update zur Comayagualage gewesen. In Taulabé, wo es zur Zeit keinen Strom gibt sieht es teilweise mindestens genauso drastisch aus, aber davon kann/wird Jani dann bestimmt berichten, denke ich.
Unser Projekt ist uebrigens vom Regen nicht so stark betroffen, ausser dass wir doppelt so viel arbeiten muessen, weil die Kids wegen des Schulausfalls den ganzen Tag hier sind.
Alles klar, ich hoffe ich kann irgendwann mal was aus dem alltaeglichen Horizontesleben berichten, z.B., dass heute Hugo nach Tegus ins Krankenhaus musste weil der Trottel 'ne Fineliner-Kappe verschluckt hat und diese ihm jetzt in der Speiseroehre steckt. Mir geht's weiterhin ansonsten gut, wahrscheinlich auch, weil ich ja doch die Heimat ziemlich dicht bei mir wohnen habe.
Gruesse nach hause und in die weite Welt, meine liebe Familie, Verwandten, Bekannten und vor allem Freunde,
¡Cuidense, Johnna!
Ja, jetzt waere eigentlich die Zeit reif fuer den Reisebericht aus Tela von der Karibik. Leider muss aber gesagt werden, dass Tela verschoben werden, und dem Regen weichen musste. Natuerlich haben wir das Wochenende trotzdem genutzt um tolle Dinge zu erleben, aber jetzt erst einmal zum Regen.
Es begab sich aber zu der Zeit, da dass Wochenende naeher rueckte und meine Mitarbeiter anfingen mich zu pisacken, warum ich denn einen Trip zur Karibik plane, wenn doch zur Zeit zwei Tropische Stuerme im Anflug sind.
Bei knappen 30 Grad und Sonnenschein wollte ich ihnen das am Mittwoch Vormittag natuerlich nicht glauben. Naja, falsch gedacht; sollte man wohl den erfahrenen Heimischen trauen. Seit Mittwoch Abend "fegen" nun wirklich die Stuerme uebers Land. Das heisst, nicht, dass es bei uns windig ist, es regnet bloss seit diesem Zeitpunkt mit maximal insgesamt 10, aber hoechstens 10 Stunden Unterbrechung. Wahrscheinlich wird es in den deutschen Nachrichten nicht einmal beachtet, aber ich finde es schon ziemlich krass. In Comayagua war aufgrund des hohen Wasserspiegels eine Hauptverbindungsstrassenbruecke nicht mehr befahrbar, mehrere Menschen haben ihre Haeuser verloren, es gibt keine Schule, weil teilweise Menschen in den Colegios schlafen und und und... Es ist nicht einmal so, dass es viel regnet, und in Deutschland gaebe das nicht sofort eine Katastrophe, es regnet halt nur konstant und trifft hier fuer meine Erfahrungsverhaeltnisse schon wirklich einige Schicksale.
Das ist jetzt mal nur so ein kurzes Update zur Comayagualage gewesen. In Taulabé, wo es zur Zeit keinen Strom gibt sieht es teilweise mindestens genauso drastisch aus, aber davon kann/wird Jani dann bestimmt berichten, denke ich.
Unser Projekt ist uebrigens vom Regen nicht so stark betroffen, ausser dass wir doppelt so viel arbeiten muessen, weil die Kids wegen des Schulausfalls den ganzen Tag hier sind.
Alles klar, ich hoffe ich kann irgendwann mal was aus dem alltaeglichen Horizontesleben berichten, z.B., dass heute Hugo nach Tegus ins Krankenhaus musste weil der Trottel 'ne Fineliner-Kappe verschluckt hat und diese ihm jetzt in der Speiseroehre steckt. Mir geht's weiterhin ansonsten gut, wahrscheinlich auch, weil ich ja doch die Heimat ziemlich dicht bei mir wohnen habe.
Gruesse nach hause und in die weite Welt, meine liebe Familie, Verwandten, Bekannten und vor allem Freunde,
¡Cuidense, Johnna!
Dienstag, 14. Oktober 2008
Fotos, Fotos, Fotos
Leider nur die von meiner Kamera, aber alles schoen geordnet. Aber seht selbst!
John
John
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| Hinflug+Miami |
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| Valle de Angeles |
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| Lago de Yojoa |
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| Zusammen in Taulabé |
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| Horizontes al Futuro (in und um) |
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| Horizontes al Futuro (Día de Niño) |
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| Comayagua |
Samstag, 11. Oktober 2008
alte Fotos, neu gestaltet...
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| Valle de Angeles, Janis Schule,Freilichtgottesdienst, Lago de Yojoa, Parade zum Nationalfeiertag |
Da wir ja nicht so die Computercracks sind haben wir jetzt erst herausgefunden wie man die Fotos vernuenftig ins Netz stellt. Werden deshalb die Vollgeproppte Dia-show erst einmal rausnehmen. Die Fotos gibts ja jetzt als Album.
Hoffen, wir koennen bald weitere Alben nachreichen.
Liebe Gruesse,
Jani und John
Montag, 6. Oktober 2008
un pocito was ueber mein Projekt
Wenn nicht gerade Streik, Feiertag oder "variabler Ferientag" der Lehrer ist, muss ich normalerweise von um 7 bis um 12 Uhr in der escuela (Grundschule) "Modesto Rodas Alvarado" arbeiten. Da dort gerade gebaut wird, habe ich aber auch manchmal bis um 16 Uhr Musikunterricht zu geben und dann zwischendurch Zeit um ins Internet oder nach Hause zum Mittag essen zu gehen.
Der Anfang meines Arbeitstages sieht erstmal so aus, dass ich 20 Minuten zu Beginn der Schule zugucke, wie die Lehrer mit den Kindern "aseos de buenos habitos" (Praktiken zum "guten Benehmen") durchfuehren. Das ist dann meistens ein etwas geleierter Schwur zum Patriotismus von Honduras oder das eifrige Nachplappern eines vorgefertigten Gebots, man solle den Lehrer achten. Das mit dem Patriotismus klappt noch ganz gut, aber die Sache mit dem Lehrer... Haben sich dann alle 30 Quaelgeister hingesetzt, geht es auch schon los "¡buenos días!" und "¿cómo estás?" (Guten Tag! Wie geht es euch?) von meiner Seite und ein "¡buenos días - bien!" (Guten Tag - gut!) kommt laut schallend aus mehreren kleinen honduranischen Muendern (ja, ich schreibe "mehrere", denn da haben sich schon die ersten Kandidaten mit ihrer Aufmerksamkeit verabschiedet) zurueck. Meistens versuche ich dann mit den niños zu singen und sie weitestgehend zu bespassen, mit ein paar Tanzeinlagen, die sie durchfuehren muessen. Dann lernen sie ein wenig was ueber Noten und Instrumente, da ich aber sowohl Kinder aus der ersten Klasse (so um die 6 Jahre alt) als auch "Kinder" aus der dem 6.Grado (koennen bis zu 16 Jahre alt sein) unterrichte, faellt das Resultat eines solchen Unterrichts recht unterschiedlich aus. Wo die Kinder aus der ersten Klasse total auf singen abfahren, machen die aus der vierten schon nach dem zweiten Lied die Schotten dicht. Da ist es sehr schwer einen guenstigen Mittelweg zu finden, bei insgesamt 400 Kindern.
Problematisch ist auch, dass eine ganze kleine "aula" voller niños, wo die Haelfte wenig Lust auf Unterricht hat, recht schwer stillzukriegen ist. Zwischendurch kommt dann mal ein Hund reingeschneit, oder muss unbedingt der Besen geschwungen werden, werden Murmeln oder Spielgeld getauscht, wird aufgestanden und geguckt was in den anderen Klassenraeumen so abgeht oder in die Pulpería (Kiosk auf dem Schulhof) gegangen und werden Chips oder Lollis gekauft. Fuer europaeische voluntarias wie mich ist das mehr oder weniger nervenzerreibend, wennn dann die Kinder, die einen Ausflug ueber den Schulhof gemacht haben, sich das naechste Mal beschweren, sie wuessten nicht, was ein Blasinstrument ist. *Dios Mio*
In den Pausen schliesslich ist man die beste Freundin, wird angelaechelt und gefragt, wann denn endlich wieder "clases de música" sein werden und ich denke mir dann das ein oder andere Mal "Warum fragst du niño das eigentlich? Hast doch schon die letzten drei Male keine Lust gehabt mitzusingen." Jaja, so ist das. Ich habe mir letztens schliesslich einen der CD-Player genommen und ihnen ein wenig R'n'B vorgespielt - das fanden sie ganz lustig - bis der Strom ausfiel und wir wieder auf "if you're happy and you know it clap your hands" und "taramtamtam" umsteigen mussten. Ich finde das immer sehr lustig, manche Kinder auch.
An dieser Stelle moechte ich wieder Reklame machen. Wer eine schoene Idee hat, wie man kleine freche honduranische niños musikalisch auf Trapp haelt und belustigt, der moege sich bitte melden. Ich bin fuer Vieles offen. :)
So, und wenn der Unterricht vorbei ist, geht es wieder den steilen Berg hinauf und schmieden Lea und ich Plaene, welche interessante Stelle Honduras' wir als naechstes erkunden koennen. Denn das Land selbst ist wirklich wunderschoen vielfaeltig und die Leute sind sehr nett.
In zwei Wochen wollen wir (John,Lea und ich) mit anderen voluntarios nach Tela an die karibische Kueste fahren - das wird bestimmt grazioso!
¡Muchos Besos de Honduras!
Jani
Der Anfang meines Arbeitstages sieht erstmal so aus, dass ich 20 Minuten zu Beginn der Schule zugucke, wie die Lehrer mit den Kindern "aseos de buenos habitos" (Praktiken zum "guten Benehmen") durchfuehren. Das ist dann meistens ein etwas geleierter Schwur zum Patriotismus von Honduras oder das eifrige Nachplappern eines vorgefertigten Gebots, man solle den Lehrer achten. Das mit dem Patriotismus klappt noch ganz gut, aber die Sache mit dem Lehrer... Haben sich dann alle 30 Quaelgeister hingesetzt, geht es auch schon los "¡buenos días!" und "¿cómo estás?" (Guten Tag! Wie geht es euch?) von meiner Seite und ein "¡buenos días - bien!" (Guten Tag - gut!) kommt laut schallend aus mehreren kleinen honduranischen Muendern (ja, ich schreibe "mehrere", denn da haben sich schon die ersten Kandidaten mit ihrer Aufmerksamkeit verabschiedet) zurueck. Meistens versuche ich dann mit den niños zu singen und sie weitestgehend zu bespassen, mit ein paar Tanzeinlagen, die sie durchfuehren muessen. Dann lernen sie ein wenig was ueber Noten und Instrumente, da ich aber sowohl Kinder aus der ersten Klasse (so um die 6 Jahre alt) als auch "Kinder" aus der dem 6.Grado (koennen bis zu 16 Jahre alt sein) unterrichte, faellt das Resultat eines solchen Unterrichts recht unterschiedlich aus. Wo die Kinder aus der ersten Klasse total auf singen abfahren, machen die aus der vierten schon nach dem zweiten Lied die Schotten dicht. Da ist es sehr schwer einen guenstigen Mittelweg zu finden, bei insgesamt 400 Kindern.
Problematisch ist auch, dass eine ganze kleine "aula" voller niños, wo die Haelfte wenig Lust auf Unterricht hat, recht schwer stillzukriegen ist. Zwischendurch kommt dann mal ein Hund reingeschneit, oder muss unbedingt der Besen geschwungen werden, werden Murmeln oder Spielgeld getauscht, wird aufgestanden und geguckt was in den anderen Klassenraeumen so abgeht oder in die Pulpería (Kiosk auf dem Schulhof) gegangen und werden Chips oder Lollis gekauft. Fuer europaeische voluntarias wie mich ist das mehr oder weniger nervenzerreibend, wennn dann die Kinder, die einen Ausflug ueber den Schulhof gemacht haben, sich das naechste Mal beschweren, sie wuessten nicht, was ein Blasinstrument ist. *Dios Mio*
In den Pausen schliesslich ist man die beste Freundin, wird angelaechelt und gefragt, wann denn endlich wieder "clases de música" sein werden und ich denke mir dann das ein oder andere Mal "Warum fragst du niño das eigentlich? Hast doch schon die letzten drei Male keine Lust gehabt mitzusingen." Jaja, so ist das. Ich habe mir letztens schliesslich einen der CD-Player genommen und ihnen ein wenig R'n'B vorgespielt - das fanden sie ganz lustig - bis der Strom ausfiel und wir wieder auf "if you're happy and you know it clap your hands" und "taramtamtam" umsteigen mussten. Ich finde das immer sehr lustig, manche Kinder auch.
An dieser Stelle moechte ich wieder Reklame machen. Wer eine schoene Idee hat, wie man kleine freche honduranische niños musikalisch auf Trapp haelt und belustigt, der moege sich bitte melden. Ich bin fuer Vieles offen. :)
So, und wenn der Unterricht vorbei ist, geht es wieder den steilen Berg hinauf und schmieden Lea und ich Plaene, welche interessante Stelle Honduras' wir als naechstes erkunden koennen. Denn das Land selbst ist wirklich wunderschoen vielfaeltig und die Leute sind sehr nett.
In zwei Wochen wollen wir (John,Lea und ich) mit anderen voluntarios nach Tela an die karibische Kueste fahren - das wird bestimmt grazioso!
¡Muchos Besos de Honduras!
Jani
Sonntag, 5. Oktober 2008
kurz hinzugefuegt
Da ich gerade dabei bin, werde ich jetzt auch noch die letzten Tage und Ereignisse etwas aktualisieren.
Erst einmal aber, wollte ich mich in unserer beider Namen bedanken, dass ihr alle so fleissig Blog lest und sowohl per Blog als auch per Mail kommentiert. Im gleichen Atemzug entschuldige ich mich auch, dass wir/ich die Post nicht immer einzeln bzw. standesgemaess beantworten kann und auch, die Fotos schon nicht mehr die aktuellsten sind. Doch natuerlich kosten sowohl antworten als auch Fotos updaten viel Kraft und Zeit, die wir dann doch das ein oder andere mal mit Ausruhen vergeuden und daher nicht haben.
So, jetzt aber: Dieses Wochenende hatte ich wieder frei. Das haben Jani und ich dann auch gleich voll ausgenutzt. Jani kam am fruehen Freitag morgen mit dem Bus in Comayagua an um fuer 3 Tage mal das Leben in meinem mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsene Projekt mitzuerleben. Zusammen bezogen wir dann ein Zimmer im etwas ruhigeren Voluntario-Haus (normalerweise lebe ich bei den Jungs mit im Haus). Am Freitag hatte Jani dann die Chance die Jungs kennenzulernen, wir konnten mal allein sein, und wir haben fuer ein paar Stunden Ecken Comayaguas erkundet, die auch ich bis dahin noch nicht kannte. ¡Que bonita, la ciudad! Am Abend hatten wir Zeit zum altbekannten Mitarbeiterchillen, das heisst das Eddy(ein Educador) und unser altbewaehrter Kumpel "Flor de Caña" uns besuchten.
Am Samstag schliefen wir dann mehr oder weniger aus; das "ruhigere"Zimmer erwies sich fuer mich als eins mit zu kleinem Bett. Danach stellten wir uns raus zur grossen Strasse und wunken(?)uns den ersten Bus ins 20km entfernte "La Paz" heran. Die Bustour dauerte ca. 40min. die von auftretenden Payasos(Clowns) verkuerzt wurde. In La Paz angekommen erfuhren wir mit Glueck das am Samstag Markttag war. Wir hatten Spass beim Fruechte-, Pommes-, Bananenchips- und T-shirtkaufen. Den Rest der Stadt begutachteten wir natuerlich auch.
Hier sei begefuegt, dass es manchmal in vor allem kleineren untouristischen Orten schon manchmal schwierig ist, immer und staendig als potenzieller weisser "Gringo" (US-Amerikaner) aufzufallen.
Zurueck in Comayagua gingen wir am Parque Central noch schoen essen, was ein Geburtstagsgeschenk Jani's und meiner Eltern war, genossen die restliche Zeit, und feierten am Abend William's Geburtstag (ein anderer Educador)...
Seit um halb 4 sind wir nun wieder getrennt und sehnen das uebernaechste Wochenende herbei.
Wie immer gaebe es noch mehr und auch nette alltaegliche Dinge zu berichten, aber man kommt ja schon immer so schnell ins zu detallierte Schreiben.
Wir senden die besten Gruesse zurueck nach hause und die restliche Welt.
Mucho cariñno de Honduras,
John
Erst einmal aber, wollte ich mich in unserer beider Namen bedanken, dass ihr alle so fleissig Blog lest und sowohl per Blog als auch per Mail kommentiert. Im gleichen Atemzug entschuldige ich mich auch, dass wir/ich die Post nicht immer einzeln bzw. standesgemaess beantworten kann und auch, die Fotos schon nicht mehr die aktuellsten sind. Doch natuerlich kosten sowohl antworten als auch Fotos updaten viel Kraft und Zeit, die wir dann doch das ein oder andere mal mit Ausruhen vergeuden und daher nicht haben.
So, jetzt aber: Dieses Wochenende hatte ich wieder frei. Das haben Jani und ich dann auch gleich voll ausgenutzt. Jani kam am fruehen Freitag morgen mit dem Bus in Comayagua an um fuer 3 Tage mal das Leben in meinem mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsene Projekt mitzuerleben. Zusammen bezogen wir dann ein Zimmer im etwas ruhigeren Voluntario-Haus (normalerweise lebe ich bei den Jungs mit im Haus). Am Freitag hatte Jani dann die Chance die Jungs kennenzulernen, wir konnten mal allein sein, und wir haben fuer ein paar Stunden Ecken Comayaguas erkundet, die auch ich bis dahin noch nicht kannte. ¡Que bonita, la ciudad! Am Abend hatten wir Zeit zum altbekannten Mitarbeiterchillen, das heisst das Eddy(ein Educador) und unser altbewaehrter Kumpel "Flor de Caña" uns besuchten.
Am Samstag schliefen wir dann mehr oder weniger aus; das "ruhigere"Zimmer erwies sich fuer mich als eins mit zu kleinem Bett. Danach stellten wir uns raus zur grossen Strasse und wunken(?)uns den ersten Bus ins 20km entfernte "La Paz" heran. Die Bustour dauerte ca. 40min. die von auftretenden Payasos(Clowns) verkuerzt wurde. In La Paz angekommen erfuhren wir mit Glueck das am Samstag Markttag war. Wir hatten Spass beim Fruechte-, Pommes-, Bananenchips- und T-shirtkaufen. Den Rest der Stadt begutachteten wir natuerlich auch.
Hier sei begefuegt, dass es manchmal in vor allem kleineren untouristischen Orten schon manchmal schwierig ist, immer und staendig als potenzieller weisser "Gringo" (US-Amerikaner) aufzufallen.
Zurueck in Comayagua gingen wir am Parque Central noch schoen essen, was ein Geburtstagsgeschenk Jani's und meiner Eltern war, genossen die restliche Zeit, und feierten am Abend William's Geburtstag (ein anderer Educador)...
Seit um halb 4 sind wir nun wieder getrennt und sehnen das uebernaechste Wochenende herbei.
Wie immer gaebe es noch mehr und auch nette alltaegliche Dinge zu berichten, aber man kommt ja schon immer so schnell ins zu detallierte Schreiben.
Wir senden die besten Gruesse zurueck nach hause und die restliche Welt.
Mucho cariñno de Honduras,
John
Horizontes al Futuro
Weil vorgestern mein Geburtstag war,
da hab ich mir gedacht, ich schreib euch mal nen langen Post,
weil euch das Freude macht.
Ja, ersteinmal bedanke ich mich bei allen Leuten, die sich bei mir gemeldet haben oder vllt wahrscheinlich an mich gedacht haben. Es hat mich sehr erfreut so viel elektronische Post zu erhalten und zu lesen.
Wie auch Jani hatte ich vor mal endlich von meinem eigentlichen Leben zu berichten.
Doch ersteinmal ein kurzer Bericht ueber die letzten Ereignisse. Da ich gestern Geburtstag hatte, kam Jani fuer ca. 4 Stunden nach Comayagua um mir einen super Kuchen zu schenken und mich mit Lea zu belustigen. Zu diesem Anlass kamen die beiden nun schon das zweite Mal zu uns ins Projekt. Zum Projekt gleich mehr; zum Geburtstag jetzt noch.
Ausserdem, dass Jani da war, haben die Jungs morgens nach dem Essen fuer mich gesungen, mich in die "Pila" (Becken zum Sachenwaschen) geschmissen, wir hatten zum Abendbrot Cola und es wurden zwei kleine Feiern gefeiert. Bei der ersten habe ich fuer die Jungs, fuer die ich zustaendig bin, Brause und Pizza besorgt, wir haben "meine" Musik gehoert und rumgesponnen. Fuer die zweite hatten die anderen Educadores und vor allem Voluntarios Getraenke und noch mehr Kuchen besorgt. Ich habe fuer den Berg Bananen-und Kartoffelchips gesorgt. Bei den Getraenken namentlich zu nennen ist das akzeptable Bier "Barena" und der unvergleichbar gute nicaraguasche Ron "Flor de Caña". Wir sassen also bis morgens um eins zusammen und hatten Spass beim Essen, Erzaehlen und Trinken. Das war also mein Geburtstag.
Jetzt zum Projekt. Wie vielleicht schon erwaehnt heist das Projekt “Horizontes al Futuro”. Es liegt nicht ganz so im Herzen von Comayagua. Hier leben zur Zeit 44 ehemalige Strassenjungs im Alter zwischen 7 und 18 Jahren. Das heisst, dass der Juengste schon mit 5 Jahren auf der Strasse war; als Schuhputzer. Die Jungs sind in drei Gruppen eingeteilt – Pequeños, Medianos und Mayores – und leben in vier Haeusern (die Mayores sind noch einmal unterteilt). Unsere Arbeit besteht im Grossen und Ganzen, die Jungs zu betreuen. Im Detail heisst das an normalen Tagen, dass wir morgens um halb 6 aufstehen um die Jungs wecken, da es um halb 7 Fruehstueck gibt und die meisten kleineren danach zur Escuela – Grundschule – laufen, da diese um 7 anfaengt. Es ist unsere Aufgabe, die Jungs abwechselnd dahin zu begleiten. Danach wird es etwas ruhiger hier, da nur noch einige wenige bleiben, da sie spaeter Schul- oder Ausbilungsanfang haben. Bis um ca. halb 12 hat man dann ein wenig Zeit zu lesen oder, wie ich mal das ultralahme Netz zu nutzen, da dieses noch ueber Modem laeuft. Um halb 12 geht’s dann richtig Jungs abholen, da die Grundschule um 12 zu Ende ist. Um diese Uhrzeit kommen auch etwa die aelteren vom Colegio (Sekundarstufe 1-2). Da ich fuer das eine Haus der Mayores zustaendig bin habe ich diese dann zu beaufsichtigen, waehrend sie aufraeumen, saubermachen, usw. Um halb 1 gibt es Mittagessen, danach etwas Freizeit fuer die Jungs, in der wir Educaros+Voluntarios uns meist zu Besprechungen treffen. Um zwei geht dann einer der anstrengensten Tagespunkte los, “Apoyo Scolar” – Schulunterstuetzung, aka Hausaufgaben machen und Nachhilfe geben. Da die Jungs darauf nie Bock haben ist es 100x so schwer sie ruhig zu halten und zu motivieren. Das geht dann immer bis um halb 4, danach haben die Jungs wieder ein wenig Freizeit und ab um 4 gibt es dann immer irgendeine Aktivitaet, wie z.B. Fussballturniere, Englischunterricht, Religionsunterricht… Um 6 faengt das Kuechenteam dann an das Abendbrot vorzubereiten, jede zweite Woche besteht es dann aus uns Voluntarios, ab um halb 7 gibt es Essen und um halb 9 werden alle ins Bett geschickt.
Nachdem die Jungs schlafen hat man das als Erzieher noch die Optionen sich noch zusammen zu setzen und zu erzaehlen und ab und zu optional Flor de Caña zu verkosten, was allgemein fast taeglich geschieht (das Zusammensitzen, nicht der Flor). Danach gehts dann gegen 10, halb 11 schlafen.
So, das war jetzt mehr oder weniger ein normaler Tagesablauf und was so unsere Taetigkeitsfelder sind. Normale Tage deshalb, weil diese Ablaeufe an Wochenenden natuerlich abweichen und es hier in Honduras ueblich ist, dass die Lehrer mehrmals in der Woche “streiken”. In Zahlen heisst das, dass in den letzten 3 Wochen mehr als die Haelfte der Schultage ausfiel, und das heisst, das natuerlich heisst, dass wir am Morgen keine Freizeit haben sondern die Jungs schulisch beschaeftigen muessen.
Gerade jetzt bin ich ein wenig muede und habe nicht so viel Lust, was aber ein Stundenform oder so ist. Im Allgemeinen habe ich mich sehr gut eingelebt, und obwohl es mit den Kids natuerlich zeitweise sehr schwierig sein kann, gefaellt mir die Arbeit und das Projekt sehr. Anfangs hatte ich nen bisschen Unbehagen beim Gedanken soviel zu arbeiten, aber, das ist nicht mehr schlimm.
Es gaebe noch sehr viele Sachen zu berichten, z.B. Einzelfaelle, aber die spare ich mir jetzt einmal, da ich euch schon zu lange gequaelt habe.
Achja, eines noch. Wir arbeiten hier immer 11 Tage durch, um dann 3 Tage Wochenende zu haben und einen vierten Tag alle zwei Wochen freimachen oder als Ferienzeit sammeln koennen.
Ich hoffe in Deutschland geht es allen gut, bei Einzelnen werde ich mich evtl., wenn ich die Zeit finde, noch einmal persoenlich melden. Ansonsten soll es das gewesen sein. Freu mich trotzdem immer ueber Post.
¡Muchos Saludos y Besos de Honduras!
John
ps: schon am 1.10. geschrieben aber leider erst heute gepostet...
da hab ich mir gedacht, ich schreib euch mal nen langen Post,
weil euch das Freude macht.
Ja, ersteinmal bedanke ich mich bei allen Leuten, die sich bei mir gemeldet haben oder vllt wahrscheinlich an mich gedacht haben. Es hat mich sehr erfreut so viel elektronische Post zu erhalten und zu lesen.
Wie auch Jani hatte ich vor mal endlich von meinem eigentlichen Leben zu berichten.
Doch ersteinmal ein kurzer Bericht ueber die letzten Ereignisse. Da ich gestern Geburtstag hatte, kam Jani fuer ca. 4 Stunden nach Comayagua um mir einen super Kuchen zu schenken und mich mit Lea zu belustigen. Zu diesem Anlass kamen die beiden nun schon das zweite Mal zu uns ins Projekt. Zum Projekt gleich mehr; zum Geburtstag jetzt noch.
Ausserdem, dass Jani da war, haben die Jungs morgens nach dem Essen fuer mich gesungen, mich in die "Pila" (Becken zum Sachenwaschen) geschmissen, wir hatten zum Abendbrot Cola und es wurden zwei kleine Feiern gefeiert. Bei der ersten habe ich fuer die Jungs, fuer die ich zustaendig bin, Brause und Pizza besorgt, wir haben "meine" Musik gehoert und rumgesponnen. Fuer die zweite hatten die anderen Educadores und vor allem Voluntarios Getraenke und noch mehr Kuchen besorgt. Ich habe fuer den Berg Bananen-und Kartoffelchips gesorgt. Bei den Getraenken namentlich zu nennen ist das akzeptable Bier "Barena" und der unvergleichbar gute nicaraguasche Ron "Flor de Caña". Wir sassen also bis morgens um eins zusammen und hatten Spass beim Essen, Erzaehlen und Trinken. Das war also mein Geburtstag.
Jetzt zum Projekt. Wie vielleicht schon erwaehnt heist das Projekt “Horizontes al Futuro”. Es liegt nicht ganz so im Herzen von Comayagua. Hier leben zur Zeit 44 ehemalige Strassenjungs im Alter zwischen 7 und 18 Jahren. Das heisst, dass der Juengste schon mit 5 Jahren auf der Strasse war; als Schuhputzer. Die Jungs sind in drei Gruppen eingeteilt – Pequeños, Medianos und Mayores – und leben in vier Haeusern (die Mayores sind noch einmal unterteilt). Unsere Arbeit besteht im Grossen und Ganzen, die Jungs zu betreuen. Im Detail heisst das an normalen Tagen, dass wir morgens um halb 6 aufstehen um die Jungs wecken, da es um halb 7 Fruehstueck gibt und die meisten kleineren danach zur Escuela – Grundschule – laufen, da diese um 7 anfaengt. Es ist unsere Aufgabe, die Jungs abwechselnd dahin zu begleiten. Danach wird es etwas ruhiger hier, da nur noch einige wenige bleiben, da sie spaeter Schul- oder Ausbilungsanfang haben. Bis um ca. halb 12 hat man dann ein wenig Zeit zu lesen oder, wie ich mal das ultralahme Netz zu nutzen, da dieses noch ueber Modem laeuft. Um halb 12 geht’s dann richtig Jungs abholen, da die Grundschule um 12 zu Ende ist. Um diese Uhrzeit kommen auch etwa die aelteren vom Colegio (Sekundarstufe 1-2). Da ich fuer das eine Haus der Mayores zustaendig bin habe ich diese dann zu beaufsichtigen, waehrend sie aufraeumen, saubermachen, usw. Um halb 1 gibt es Mittagessen, danach etwas Freizeit fuer die Jungs, in der wir Educaros+Voluntarios uns meist zu Besprechungen treffen. Um zwei geht dann einer der anstrengensten Tagespunkte los, “Apoyo Scolar” – Schulunterstuetzung, aka Hausaufgaben machen und Nachhilfe geben. Da die Jungs darauf nie Bock haben ist es 100x so schwer sie ruhig zu halten und zu motivieren. Das geht dann immer bis um halb 4, danach haben die Jungs wieder ein wenig Freizeit und ab um 4 gibt es dann immer irgendeine Aktivitaet, wie z.B. Fussballturniere, Englischunterricht, Religionsunterricht… Um 6 faengt das Kuechenteam dann an das Abendbrot vorzubereiten, jede zweite Woche besteht es dann aus uns Voluntarios, ab um halb 7 gibt es Essen und um halb 9 werden alle ins Bett geschickt.
Nachdem die Jungs schlafen hat man das als Erzieher noch die Optionen sich noch zusammen zu setzen und zu erzaehlen und ab und zu optional Flor de Caña zu verkosten, was allgemein fast taeglich geschieht (das Zusammensitzen, nicht der Flor). Danach gehts dann gegen 10, halb 11 schlafen.
So, das war jetzt mehr oder weniger ein normaler Tagesablauf und was so unsere Taetigkeitsfelder sind. Normale Tage deshalb, weil diese Ablaeufe an Wochenenden natuerlich abweichen und es hier in Honduras ueblich ist, dass die Lehrer mehrmals in der Woche “streiken”. In Zahlen heisst das, dass in den letzten 3 Wochen mehr als die Haelfte der Schultage ausfiel, und das heisst, das natuerlich heisst, dass wir am Morgen keine Freizeit haben sondern die Jungs schulisch beschaeftigen muessen.
Gerade jetzt bin ich ein wenig muede und habe nicht so viel Lust, was aber ein Stundenform oder so ist. Im Allgemeinen habe ich mich sehr gut eingelebt, und obwohl es mit den Kids natuerlich zeitweise sehr schwierig sein kann, gefaellt mir die Arbeit und das Projekt sehr. Anfangs hatte ich nen bisschen Unbehagen beim Gedanken soviel zu arbeiten, aber, das ist nicht mehr schlimm.
Es gaebe noch sehr viele Sachen zu berichten, z.B. Einzelfaelle, aber die spare ich mir jetzt einmal, da ich euch schon zu lange gequaelt habe.
Achja, eines noch. Wir arbeiten hier immer 11 Tage durch, um dann 3 Tage Wochenende zu haben und einen vierten Tag alle zwei Wochen freimachen oder als Ferienzeit sammeln koennen.
Ich hoffe in Deutschland geht es allen gut, bei Einzelnen werde ich mich evtl., wenn ich die Zeit finde, noch einmal persoenlich melden. Ansonsten soll es das gewesen sein. Freu mich trotzdem immer ueber Post.
¡Muchos Saludos y Besos de Honduras!
John
ps: schon am 1.10. geschrieben aber leider erst heute gepostet...
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